Kurucsai Plastic setzt auf MRS-Technologie von Gneuss für mehr Materialflexibilität und Energieeffizienz
Mit dem Ausbau seiner Produktionskapazitäten hat der ungarische Hersteller von Tiefziehverpackungen Kurucsai Plastic frühzeitig die Weichen für zukünftige Anforderungen der Verpackungsindustrie gestellt. Seit Anfang 2025 produziert das Unternehmen mit einer MRS-Extrusionslinie von Gneuss PET-Folien für die Herstellung von Lebensmittelverpackungen. Ziel der Investition war es, die Materialflexibilität zu erhöhen, den Energieverbrauch im Extrusionsprozess zu reduzieren und die Voraussetzungen für den Einsatz lebensmitteltauglicher PET-Rezyklate zu schaffen.
Das Unternehmen entstand aus einem landwirtschaftlichen Betrieb und produzierte die Tiefziehverpackungen zunächst für die Vermarktung der eigenen Erzeugnisse. Heute werden darüber hinaus Kunden aus der Lebensmittelindustrie beliefert. Mit dem kontinuierlichen Ausbau der Thermoformkapazitäten erfolgte gleichzeitig die schrittweise Umstellung der Folienproduktion von Polypropylen (PP) auf Polyethylenterephthalat (PET). Hintergrund sind die steigenden Anforderungen an die Recyclingfähigkeit von Verpackungen und den Einsatz von Rezyklaten im Rahmen der europäischen Kreislaufwirtschaft. Gleichzeitig verfolgt das Unternehmen das Ziel, durch den flexiblen Einsatz unterschiedlicher PET-Rohstoffe unabhängiger von Rohstoffverfügbarkeiten und Preisschwankungen zu werden.
Mit der Umstellung auf PET rückte jedoch eine zentrale Herausforderung der Materialverarbeitung in den Fokus. PET ist hygroskopisch und nimmt Feuchtigkeit aus der Umgebung auf. In konventionellen Extrusionsprozessen muss das Material deshalb vor der Verarbeitung aufwendig getrocknet werden, um eine hohe Folienqualität sicherzustellen – insbesondere beim Einsatz von Recyclingmaterial.
Gesucht wurde deshalb eine Extrusionslösung, die unterschiedliche PET-Ausgangsmaterialien ohne vorgeschaltete Materialvortrocknung verarbeiten kann und gleichzeitig einen möglichst energieeffizienten Betrieb ermöglicht. Die Wahl fiel auf einen MRS 110 von Gneuss mit einer Durchsatzleistung von bis zu 600 kg/h PET. Die seit Anfang 2025 erfolgreich betriebene Anlage erfüllt beide Anforderungen.
Herzstück der Anlage ist die patentierte Multi Rotation System (MRS)-Technologie. Mehrere Satellitenschnecken vergrößern die Schmelzeoberfläche um ein Vielfaches und ermöglichen dadurch eine besonders intensive Entgasung und Dekontamination der PET-Schmelze. So können Neuware, Bottle Flakes sowie internes Produktionsrezyklat flexibel verarbeitet werden, ohne dass eine energieintensive Materialvortrocknung erforderlich ist. Der eingesetzte Extrusionsprozess verfügt über die FDA-Zulassung für die Verarbeitung von Recycling-PET zu Materialien mit Lebensmittelkontakt. Darüber hinaus wurde die EFSA-Zulassung für den kundenspezifischen Prozess beantragt; mit einer Erteilung wird im Laufe des Jahres 2026 gerechnet. Damit schafft das Unternehmen die Voraussetzungen für den Einsatz lebensmitteltauglicher PET-Rezyklate in internationalen Märkten.
Über eine gravimetrische Dosieranlage lassen sich unterschiedliche Materialströme präzise miteinander kombinieren. Ein rotierender Gneuss-RSFgenius-Siebwechsler entfernt kontinuierlich feste Verunreinigungen aus der Schmelze und trägt so zu einer konstant hohen Folienqualität bei. Anschließend wird die Folie im energieeffizienten Inline-Verfahren direkt den Thermoformanlagen zugeführt.
Seit der Inbetriebnahme Anfang 2025 hat sich die Extrusionslinie im Produktionsalltag bewährt. Die Kombination aus flexibler Rohstoffauswahl, dem Verzicht auf die energieintensive Materialvortrocknung und dem energieeffizienten Inline-Verfahren reduziert den Energiebedarf der Folienproduktion und erhöht gleichzeitig die Flexibilität bei der Materialbeschaffung. Damit verfügt das Unternehmen heute über die technischen Voraussetzungen, den Rezyklatanteil seiner Lebensmittelverpackungen bedarfsgerecht zu erhöhen und flexibel auf zukünftige Anforderungen des Marktes und der europäischen Kreislaufwirtschaft zu reagieren.